Jahresarchiv: 2010

Korea: Science and Technology 2010 (11. und 12. November in nano, 3sat, 18:30 Uhr)

Mit Technologie (기술) in die Welt (세계) und in die Zukunft (미래) steht als Motto auf einem Stein vor dem Gebäude der School of Mechanical Systems Engineering der  Chonnam National University in Gwangju, einer Großstadt im Süden von Südkorea. Es würde wohl auch als Motto für den technologischen Sturmlauf des ganzen Landes dienen können. Immerhin war Korea noch vor 60 Jahren eines der ärmsten Länder der Welt und weit entfernt von den Technologien der Welt, schreibt Kim Seong-Kon in seiner viel beachteten wöchentlichen Kolumne für die „Korea Herald“ in dieser Woche. Heute könne man auf der ganzen Welt Samsung LCDs oder Fernseher, LG Waschmaschinen oder Hyundai oder KIA Autos finden. Gerade der G 20 Gipfel böte eine gute Gelegenheit, das Land aus erster Hand kennenzulernen. Dabei ist (Süd-)Korea ein kleines Land. Gerade einmal 40 Minute dauert ein Flug von Seoul im Norden nach Busan an der Meeresgrenze zu Japan im Südosten.
Oft wird es übersehen zwischen der Technologie – Großmacht Japan und der Möchtegern – Zukunftsmacht China. Etwa so groß wie Österreich oder Griechenland, aber bewohnt von fast 50 Millionen (nur 2% sind Ausländer) Koreanern, wobei die Hälfte der Bevölkerung Koreas (meint hier immer Südkorea) im Großraum Seoul lebt.
Doch wo steht das Land, wie geht es weiter mit Wissenschaft und Technik im Land, welches es vom armen Reisproduzenten zum Partnerland der Hannover Messe 2009 in nur wenigen Jahrzehnten gebracht hat?
Korea ist heute die Nummer 15 unter den größten Volkswirtschaften in der Welt.
2020 will man in vielen Bereichen ganz an der Spitze stehen. Schon heute ist Korea die „most wired nation“ mit 95% aller Haushalte online, die „most innovative country“ gemessen am Global Innovation Index (2009), das Land baut die meisten Schiffe, hat Giganten wie Samsung und LG und gibt prozentual am meisten für Bildung, Forschung und Technologie aus.
Während der Dreharbeiten mit kleinem Team im September besuchten wir eben jenes Robotik-Institut an der Ch
onnam Universität in Gwangju und die gigantische Baustelle von Songdo City in der Nähe von Seoul. In Gwangju baut Prof. Park Jong-Oh (Links im Bild) mit seinem Team einen Therapie – Roboter in der Größe eines Reiskornes, der sich – wie einst in Science Fiction Filmen – in den Blutbahnen lebendiger Körper bewegt.
In Songdo City entsteht auf 6 Quadratkilometern die „Smart City“ des 21. Jahrhunderts als Modell, wie zukunftsfähige Städte aussehen und (Netzwerkgesteuert) funktionieren sollen.

3sat, nano, 18:30 Uhr [http://www.3sat.de/nano/]
am 11. 11. 2010 (Songdo) Video und 12. 11. 2010 (Roboter) Video.

W wie Wissen 31. 10. 2010, 17:00 Pflanzenkläranlage Philippinen

W wie Wissen“ zeigt am Sonntag mit meinen Film, wie einfache, technische Ideen zur Abwasserreinigung wirklichen Zuwachs an Gesundheit in Ländern (hier im Süden der Philippinen) erbringen, deren Kommunen sich ganz sicher kein teures Abwasser-Rohrleitungssystem leisten können. Video des kurzen Films (ARD – mediathek) hier.
Mehr Infos zum Dreh (März 2010)  und Videolink zum Film dazu bei nano (3sat) mit mehr Details und Aussagen von UFZ und GTZ als Projekt-„Anschieber“; inzwischen betreibt die Stadt Bayawan dieses System in Eigenregie.

Korea mini-Serie für 3sat (nano) im Herbst


Pünklich vor den koreanischen Feiertagen (Chuseok) Abschluss von aufwändigen Dreharbeiten – und 1000km unterwegs dabei – für einige Magazinfilme zu Korea in Wissenschaft und Technik 2010 –  mit kleinem Team: Gary Kam als Stringer und koreanischer Seele und Joa Czogalla an der Kamera. U.a. zur Smart City Songdo in der Nähe von Seoul und über einen Miniroboter, der in Blutbahnen herumfährt an einer Universität im Süden des Landes.

— später hier mehr dazu —

Historians rethink Soviet role in defeating Japan

Dieser AP – Artikel zum Ende des Pazifikkrieges hier im Korea Herald v. 18. August 2010 (Autor: Slobodan Lekic sagt die Washington Post) bringt eine altes Thema wieder nach oben: die Rolle des sowjetischen Kriegseintrittes1945.

Die Angst der Japaner vor dem Schicksal eines besetzten und geteilten Landes hätte den Krieg schneller beendet als die Baomben von Hiroshima und Nagasaki.
Der Artikel beruht auf neueren Forschungen von Dominic Lieven (London), wonach der schnelle Vormarsch bei der „Operation August Storm“ auch die westlichen Allierten überrascht hatte.

Meine Seite „HokkaidoHarbor“  (Im Internet-Archiv; Ende 2013 abgemeldet) zu diesem Thema —  aus der Frühzeit des Internet (so etwa 1997 mit Netscape Communicator erstellt … die älteren werden sich erinnern … ).

Typhoon #5 Dianmu hits Busan

Passend zum Taifun – Film am letzten Sonntag (Video hier) bewegt sich der tropische Wirbelsturm „Dianmu
(aktuelle JTWC Warning) nach Norden,
direkt auf die Südwestspitze der koreanischen Halbinsel zu: Jeju, Mokpo, danach Busan  stehen auf seiner Besuchsliste innerhalb der nächsten 48 Stunden. Z. Z. mit moderat vorhergesagtem Wind (ca .90 km/h). Direkte Taifuntreffer sind eher selten in Korea: 1-2 Taifune jährlich (zuletzt 2008). Dennoch hat der koreanische Wetterdient eine eigenen Taifun – Vorhersage.

Aktuelles Bild (11. 8. 10:00 Uhr)

Wiederholung: 3sat 21:30 Uhr hitec „Kosmische Strahlung“ (Mo, 2. 8. 2010)

(Text 3sat)
Sie ist unser ständiger Begleiter. Erst seit 100 Jahren weiß der Mensch um die Existenz von kosmischer Strahlung. Noch ahnen wir nur, was die Partikel aus dem All beim Zusammenprall mit der Erde anrichten. Eine ganze Heerschar von Wissenschaftlern tritt an, um das Rätsel der kosmischen Strahlung zu lösen.
Video hier

Taifune über dem Pazifik …und auch 3sat am 26. 8. 2010, 20:15 Uhr

Die Taifunsaison 2010 hat im Pazifik begonnen.

Hier: die ausführliche Vorhersage von Prof.  Johnny L C Chan (City University of Hong Kong), einer der führenden Taifunforscher im pazifischen Raum (und einer unserer Protagonisten des „Wege der Taifune“ Films, arte 2008). Auch 2010 rechnet er wieder mit einem relativ ruhigen Jahr. Das bedeutet aber trotzdem für Millionen Küstenbewohner gerade auf den Philippinen, in Südchina oder in Vietnam eine tödliche Gefahr. Denn die Kraft der Stürme, der Überschwemmungen reicht aus, um deren ganzes Hab und Gut zu vernichten.

Darum bleibt es auch in diesem Jahr die Kunst der Typhoon – Profiler, die Zugbahn der Monsterstürme so genau wie möglich vorherzusagen (so auch der Titel eines Filmes dazu im ARD „W wie Wissen“ Magazin, 1. 8. 2010).  Video hier

Dabei müssen sie in diesem Sommer zum ersten mal ohne den NASA – Satelliten QuikSCAT auskommen, der auf einer polaren Umlaufbahn in der Lage war, die jeweiligen Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen unter dem Taifun an der Meeresoberfläche zu messen. Nach über zahn Jahren im Betrieb hatten wesentliche Komponenten des Instrumentes im November 2009 ihren Dienst eingestellt. Die Bush – Administration hatte es (auch hier) versäumt, rechtzeitig für einen neuen Satelliten zu sorgen, der diese Aufgabe erfüllen kann. Dass ist um so überraschender, als die Tafun – Vorhersage eine wesentliche Voraussetzung auf für die Operationen der US Navy im Pazifik ist.
Überblick über die Taifun – Saison im Pazifik auf wikipedia
Passend dazu bringt phoenix die deutsche Fassung (45 min) von „Wege der Taifune“ im Juni mehrfach … nachts:
Sendetermine: Do, 3.6.10, 1.30 Uhr, Phoenix; Do, 11.6.10, 1.30 Uhr, Phoenix; Mi, 23.6.10, 1.30 Uhr, Phoenix
und 3sat am 26. August 2010 um 20:15 Uhr

3sat, nano, Tropische Kläranlage (Philippinnen Dreh März)

heute (28. 4. 2010) längere Fassung in „nano“ 3sat
Das Video in der 3sat Mediathek

Verflogen in der (Computer -) Wolke


Das FAZ Feuilleton verfliegt sich wohl gerade in der Wolke, die Argumente von Lufthansa und Co. aufnehmend, man sei ja von Computersimulationen abhängig und habe gar keine Daten über die Vulkanwolke.  Die Lösung: Messflüge, die Daten über den Besatz der Luft mit Vulkanabgasen liefern würden. Sicher. Wenn wir ein flächendeckendes Messnetz über dem Nordatlantik hätten, an Luftschiffen hängende Messgeräte etwa, 10000 Stück. Doch wer hätte dieses Wettersystem bezahlen wollen. Der Nordatlantik ist recht frei von solchen Messgeräten,  sicher täglich durchflogen von Wetterballons. Und selbst wenn wir ein Messnetz hätten, dann würden die Ergebnisse ganz sicher wieder die Computer des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (Reading/England) [http://www.ecmwf.int/] füttern. Und heraus käme eine Simulation. Was sonst? So machen das – weltweit – die Vorhersager bei Stürmen und Wettervorhersagen über drei Tagen seit Jahren … recht erfolgreich. Das Thema unseres Filmes zur Vorhersage von Tropischen Wirbelstürmen: „Der Weg der Taifune“ (arte/ARD 2008)
Also, selbst wenn wir 100 Forschungsflüge hätten … Nur eine dünne Datenbasis könnten die liefern. Hinter dem Mess-Flugzeug ändert sich die Luftzusammensetzung sofort wieder. Ob man sich darauf  lieber verlassen sollte?  Aber immerhin kann Frank Schirrmacher am Beispiel der Vulkanwolke im Computer dafür werben, „gegen die Welt der Computer Instanzen des Einspruchs zu etablieren.“ Bestimmt hilfreich, nur wohl nicht so sehr  im Falle des chaotischen Systems Atmosphäre.

gerade dazu DLF forschung aktuell: Messung der Vulkanaschewolke (mp3) und auf heise.de telepolis

Immer mehr (eigene) Filme tauchen bei Youtube und Co. auf…

Ich wundere mich schon: immer mehr Filme (zumeist Dokus) finden sich – wie hier [ „Bomben aus dem All“ hitec, 3sat, 2009] ohne jeden Verweis auf Autoren/Produzenten – auf irgendwelchen Plattformen, Doku-Sammelseiten etc.
[2. 6. 2010 — inzwischen vom Betreiber der Plattform verändert, zumindest Autor wird angegeben]

Nun will ich gar nicht herumheulen in Sachen Honoraren oder (Bild-) Rechten. Aber wenn man sich anschaut, wie diese Filme entstehen, im zähen Ringen mit Redaktionen und Budgets, in zumeist wochenlanger Arbeit (hier mehrere Wochen allein in Südamerika), auf Hochglanztechnik, nach aufwändigen Recherchen. Das ist ja kein Billigfernsehen ala Vorabendserie oder die 15. Talkshow über Hartz IV. Das ist richtig Arbeit.  Und da nervt es langsam, wenn Leute das so als frei verfügbares Material ansehen, ohne zu fragen, ohne auf die Leute hinzuweisen, die das möglich gemacht haben.
Ich will ja gar nicht verhehlen, dass so eine mediathek (offiziell oder inoffizielle) sicher für Autoren oder Produktionsfirmen einen Marketingwert hätte, wenn sie denn genannt würden….Die Qualität der Darstellung als Internetfilm ist ja inzwischen nicht schlecht.