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Taifune über dem Pazifik …und auch 3sat am 26. 8. 2010, 20:15 Uhr

Die Taifunsaison 2010 hat im Pazifik begonnen.

Hier: die ausführliche Vorhersage von Prof.  Johnny L C Chan (City University of Hong Kong), einer der führenden Taifunforscher im pazifischen Raum (und einer unserer Protagonisten des „Wege der Taifune“ Films, arte 2008). Auch 2010 rechnet er wieder mit einem relativ ruhigen Jahr. Das bedeutet aber trotzdem für Millionen Küstenbewohner gerade auf den Philippinen, in Südchina oder in Vietnam eine tödliche Gefahr. Denn die Kraft der Stürme, der Überschwemmungen reicht aus, um deren ganzes Hab und Gut zu vernichten.

Darum bleibt es auch in diesem Jahr die Kunst der Typhoon – Profiler, die Zugbahn der Monsterstürme so genau wie möglich vorherzusagen (so auch der Titel eines Filmes dazu im ARD „W wie Wissen“ Magazin, 1. 8. 2010).  Video hier

Dabei müssen sie in diesem Sommer zum ersten mal ohne den NASA – Satelliten QuikSCAT auskommen, der auf einer polaren Umlaufbahn in der Lage war, die jeweiligen Windgeschwindigkeiten und Windrichtungen unter dem Taifun an der Meeresoberfläche zu messen. Nach über zahn Jahren im Betrieb hatten wesentliche Komponenten des Instrumentes im November 2009 ihren Dienst eingestellt. Die Bush – Administration hatte es (auch hier) versäumt, rechtzeitig für einen neuen Satelliten zu sorgen, der diese Aufgabe erfüllen kann. Dass ist um so überraschender, als die Tafun – Vorhersage eine wesentliche Voraussetzung auf für die Operationen der US Navy im Pazifik ist.
Überblick über die Taifun – Saison im Pazifik auf wikipedia
Passend dazu bringt phoenix die deutsche Fassung (45 min) von „Wege der Taifune“ im Juni mehrfach … nachts:
Sendetermine: Do, 3.6.10, 1.30 Uhr, Phoenix; Do, 11.6.10, 1.30 Uhr, Phoenix; Mi, 23.6.10, 1.30 Uhr, Phoenix
und 3sat am 26. August 2010 um 20:15 Uhr

Melor trifft Vera (1959 – 2009)

(Super) Typhoon  „Melor“ ist auf dem Weg nach Japan. In 36 Stunden, am 8. Oktober morgens (Ortszeit) wird es wohl südlich von Nagoya einschlagen. Fast auf den Punkt genau dort, wo im September 1959 Taifun „Vera“ die bisher schlimmsten Verwüstungen auf den japanischen Inseln der letzten Jahrzehnte angerichtet hatte.
Siehe noch immer meinen Film: „Der Weg der Taifune“ (2008), der ausführlich von Vera (Isewan Taifun) berichtete.
Vorhersage JTWC hier
Melor 061009

Der Weg des Taifuns (phoenix 8. Juni 2009, 20:15 Uhr)

+ ein paar Wiederholungen am nächsten Tag. Details zum Film hier.
© Michael Hänel 2006

16. Oktober 2006, abernds, Dreharbeiten mit Axel Decker und Tobias Bechtloff für Path of the Typhoon / Der Weg des Taifuns im Hafen von Yokohama: die Stadt erwartet einen Taifun.

Tropical Storm KUJIRA (# 1. 2009) CHAN-HOM ( # 2. 2009)

aktuell KUJIRA

Nr. 2 heißt Chan-Hom und bedroht die philippinische Nordinsel Luzon in den nächsten Tagen

Taifun – Lücke im Juni 2006, 2007 und 2008 ?

Auch wenn die Arbeit an „Der Weg des Taifuns“ abgeschlossen ist, verfolge ich auch in diesem Jahr (wahrscheinlich nur aus der Ferne) die Taifun – Saison im Pazifik. Und was ist dort los? Nichts. Ist das ein “Gesetz”, nach ein paar Stürmen im Mai – Ruhe bis Ende Juni? 2006 folgte dem verheerenden “Chanchu” erst Ende Juni wieder ein Taifun … und 8 Taifune im Juli/August. 2007 entstand „Toraji“ erst Anfang Juli, im Juni kam keiner. Links ( Joint Typhoon Warning Center u.a.) hier
Auf ein wirklich neues Forschungsprojekt zu Tropical Cyclones hat der Kollege Horst Rademacher in der FAZ aufmerksam gemacht.

Path of the Typhoon … fertig

Auch die internationale Version (53 min) von „Weg des Taifuns
(Erstausstrahlung: arte, 14. Januar diesen Jahres) ist jetzt fertiggestellt.


Die Relevanz des Themas hat die Tragödie um den Taifun (Zyklon im Indischen Ozean) „Nargis“ für die Menschen in Burma wieder einmal deutlich gemacht.

Der Weg der Taifune (Wiederholung arte, 21. Januar 2008, 16:50 Uhr)

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Dem Weg des Taifuns zu folgen, dauert lange. Mindestens 40.000 Kilometer in Flugzeug, Eisenbahn oder Auto im Herbst 2006
und im Herb
st 2007, um i h n zu treffen, wenn er „an Land“ geht, zur rechten Zeit, am rechten Ort.

im arte – Programm heißt der Film „Der Weg der Taifune“ (auf der arte Seite funktioniert der Link nicht mehr: hier mehr auf der ARD Seite) — die ersten 3 Minuten des Filmes:

Trailer: hier

Mit kleinem Team taifun-2007-dreh-numazu-feuerwehr.jpgunterwegs in Guam, Hong Hong, Japan (die Partner in Taiwan): verantwortlich für die Kameras dabei: Axel Decker (rechts), für Licht und Ton: Tobias Bechtloff (Mitte), mit den japanischen Stringern: Susanne Steffen und Michael Schlecht-Komagata, in Deutschland der Produzent: Michael Wolff und die Produktionsleiterinnen: Stefanie Meister und Henriette Degener, und all die anderen von Fact + Film Bremen und das Team von oak3 films Singapore, dem Partner der Ko-Produktion.

Dabei ist die G
eschichte aller bisherigen Taifune eine Geschichte von Überraschungen. Grundsätzlich bewegen sich Taifune in den Luftbewegungen, in denen sie eingeschlossen sind. Kreisläufe schlagende Wolkenmassen, scharfe Kurven, gar Wenden in der Zugbahn sind darum seit jeher der Alptraum aller Taifun – Vorhersager. Als ich 2005 begann, die Wege des Taifune zu verfolgen, war mir nicht klar, dass sich nur ein paar Hundert Forscher damit beschäftigen und auch nicht sehr viel Geld in dieses Wissenschaftsgebiet fließt. Das überrascht: sind doch Sommer für Sommer eine Milliarde Menschen an den Ufern des Pazifik von den tropischen Wirbelstürmen betroffen. Sehr stark die in den Holzbehausungen von Vietnam oder den Philippinen, auch – aber viel geschützter – die Bewohner in den Betonhäusern von Taiwan und Japan. Unser Taifun geht die klassische Route: über 4000 km von Guam im Zentralpazifik bis zur Suruga Bay in der Nähe von Tokio.
Noch vor wenigen Jahrzehnten war es völlig unmöglich, die Zugbah
nen der Taifune auch nur ganz grob vorherzusagen. Denn die Taifune entstehen irgendwo draußen auf dem Pazinumazu-printout-2007.pngfik, mitunter Tausende Kilometer von irgendeiner menschlichen Behausung oder einer Schifffahrtsroute entfernt. Erst wenn sie mit Wind und Regenmassen mit Schiffen oder Ansiedlungen entlang der Küsten in Berührung kamen, mußten die Betroffenen von ihnen Notiz nehmen. Für eine Warnung, wohin der Sturm die nächsten 24, 48 oder 72 Stunden ziehen würde, war dann meist zu spät.

So geschehen im September 1959 beim Taifun „Vera“ in Zentraljapan. Auf den Bilder der japanischen Kinowochenschau von damals wird das ganze Ausmaß deutlich. Innerhalb von Stunden ist eine ganze Region zerstört, Leichen schwimmen im Wasser, ganze Ortschaften sind verschwunden. Nur eine Versorgung der Überlebenden aus der Luft ist noch möglich. Das leisten damals amerikanische HSS-1 and HSS-1N Sikorsky-Hubschrauber, die entweder von einem Flugzeugträger vor der Küste (USS Kearsarge) oder von der nahegelegenen Atsugi Naval Air Station kommen. Es ist wohl einer der ersten humanitären Einsätze, die je mit Hubschaubern geflogen worden ist. Mit dem Start der ersten TIROS Satelliten im Jahr 1960 lassen sich jetzt alle Taifune entdecken, die entstanden sind. Kein Sturm bleibt mehr unentdeckt. Doch trotz der immer besseren Satelliten, gekoppelt später mit Superrechnern, steht die Wissenschaft von den Taifunen im Grunde noch am Anfang.

Die chaotische Natur der Atmosphäre über dem riesigen Pazifik entzieht sich oftmals der rechnergestützten Wettervorhersage, wie sie in nördlichen Breiten heute zuverlässig eingesetzt werden kann. Noch immer kämpfen die Vorhersvlcsnap-179266.pngager und Wissenschaftler mit drei Hauptgebieten: – der Vorhersage der Entstehung eines Taifuns; – der Vorhersage seiner Intensität und deren Änderung; – Vorhersage der Zugbahn. Für die Taifunsaison 2006 ergaben sich durchschnittliche Abweichungen der vorhergesagten von den tatsächlichen Zugwegen von: 140km (24 Stunden – Vorhersage), 212km (48 Stunden), 309km (72 Stunden) bis zu 438km (5-Tage-Vorhersage).Die durchschnittlichen Werte für den Zeitraum 1978 – 1993 waren dagegen fast doppelt so hoch: 214 km (24 Stunden), 420 km( 48 Stunden); 638 Km (72 Stunden). Mittels modernster Technik also ein gewaltiger Fortschritt innerhalb weniger Jahrzehnte. Anders ist das Bild bei der Intensität der Stürme. Eine Vorhersage der Veränderung der Stärke tropischer Wirbelstürme ist sehr kompliziert, einfach weil es sehr viele Einflussfaktoren für die Intensität gibt. Allein die Interaktion mit der Meeresoberfläche gilt noch immer als weithin unverstanden. Die Änderung des Intensität ist aber die Ursache, warum sich die Richtung der Zugbahnen ändern. Der Taifun interagiert ebenfalls mit dem umgebenden Wettersystemen. Hier eine Voraussage zu treffen, bleibt im 21. Jahrhundert die wichtigste Herausforderung der Vorhersager in den Taifunwarnzentren rund um den Pazifik.

Kerry Emanuel, der ein Interview für unseren Film leider abgelehnt hatte (siehe die überhitzte Diskussion mit ihm um Global Warming und Wirbelstürme), sieht darin den Schlüssel (irgendwann) zu einer 1-3 Tage Vorhersage des Gesamtsystem
s Wirbelsturm zu kommen.
— siehe neuerdings dazu Nature 450, 1066-1070 (13 December 2007) —
Weltweit sorgte der Vortrag von Al Gore für Aufsehen, der im Film „An Inconvenient Truth“ (2006) Positionen von Kerry Emanuel aufzunehmen vorgab, wonach die intensiveren Stürme von der globalen Erwärmung gespeist würden. Bei Emanuel (siehe auch
sein vielfach gelobtes Buch „Divine Wind – The History and Science of Hurricans“, 2005) wird dieser Zusammenhang nur indirekt gesehen. Für ihn ist vor allem die höhere SST (Meeresoberflächentemperatur) ausschlaggebend für die stärkere Intensität der Taifune im Pazifik bereits in den letzten 30 Jahren. Unser Film konnte auf diesen Streit nur am Rande eingehen. Wir zeigen, wie es die wenigen Vorhersager mit ihrer Erfahrung und ihrem Herzblut es schaffen, den Weg des Taifuns ein wenig zu ermitteln, um die Menschen an den Küsten warnen zu können.
Und wie die Menschen in Taiwan und in Japan seit Jahrhunderten mit dieser Gefahr leben gelernt haben: der Fischer, der Priester, der Wettermann, die Supercomputer – Forscher, die Metereologen, die Taifunopfer, die mutigen Taifunflieger …
Interview dazu mit Prof. Johnny C. L. Chan (City University of Hong Kong) am 3. Oktober 2006 in Hongkong:
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„Because Tropical Cyclones is a phenomena that encompasses many scales of the atmosphere, from one cloud, that we call connective clouds, a circulation that extends to several hundreds of miles – or kilometers – so in order for you to have the interaction among all these different scales of motion of the atmosphere, then you must understand all the different interactions. And I think – right now – we have very little knowledge about this, because Tropical Cyclones form from nothing. They form from a blob of clouds. Now, many times we see all these clouds in the atmosphere, very few form tropical storms. Why? We don’t know why.“