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Three Mile Island (28. März 1979) 30 Jahre später

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Der 30. „Jahrestag“ des Atomunfalls von Harrisburg gaben den Anlaß für meine Dreharbeiten für „nano“ (3sat) in Washington DC und im Raum Harrisburg in der letzten Woche, um vor Ort der Frage nachzugehen: Wie geht es weiter mit Kernenergie unter Obama?

Dabei fiel zunächst auf, dass viele Betreiber von Kernkraftwerken in den USA offenbar von der Sowjetunion der Jahre vor der Perestoika gelernt hatten: abtauchen, schweigen, nie antworten. Das ist um so pikanter, als ein Grossteil der zivilen Atomindustrie gar nicht mehr in (rein)  amerikanischer Hand ist. Gerade das Kernkraftwerk Calvert Cliffs südöstlich von Washington, auch da wurden Dreharbeiten verweigert, ist zu 75% in französischem Besitz (der EdF). Dort soll, neben den bestehenden zwei Blöcken älterer Bauart,  ein neuer EPR gebaut werden. Man muss abwarten, ob diese Breschnew- Bush – Öffentlichkeitsarbeit auch dann noch aufrechterhalten wird, wenn es darum geht, mit Milliarden Steuergeldern (Kreditbürgschaften und Subventionen)  neue Kraftwerke zu bauen.

Ganz anders der Umgang mit den Journalisten bei der Firma Exelon: die betreiben gleich neben dem am 28. März 1979 geschmolzenen TMI-2 einen älteren 900 MW Reaktor (TMI-1). Am 11.März öffnete Exelon die Türen für die amerikanische und internationale Presse. TMI-2 ist nicht im Besitz von Exelon. Alle Fragen gerade zu diesem Thema von  lokalen US-Kollegen oder von Umweltorganisationen gestellt, wurden – nach meinem Dafürhalten (hier Video von Eric Veronikis)  – trotzdem offen beantwortet.  Es wurden die aktuellen Sicherheitssysteme vorgeführt, die allerdings im internationalen Vergleich eher dem üblichen Standard entsprachen. Nach dem Stop des Yucca Mountain Endlagerprojektes durch Obama, lagern die abgebrannten Brennelemente auch in diesem US-KKW neben dem Reaktor. Yucca Mountain den Geldhahn zuzudrehen,  geschah zwar zur Freunde meiner Gesprächspartner bei nuklearkritischen Organisationen – wie der NIRS in Washington –  das (Endlager – ) Problem löst diese Entscheidung aber eben nicht.
TMI-2 ist 1979 untergegangen, eine Katastrophe für die US – Nuklearindustrie. Daneben läuft nach wie vor TMI – 1, der Mailer  gehört zum Licence Renewing Program, also die Verlängerung der Laufzeiten der Reaktoren auf 60 Jahre.

Meine nano-Beiträge werden  am 27. 3. 2009 (18:30 Uhr 3sat) gesendet:
TMI – 30 Jahre danach [video]
Nuclear Country – USA Pläne für neue KKWs [video]
(ab Freitag Abend in der 3sat Mediathek)

Die Online – Berichte auf der 3sat.de –  nano-Seite (Verantwortung: ZDF) entsprechen nicht den Recherchen / Aussagen in den Filmen (Verantwortung: ARD).

Quellen:
ARD, wochenspiegel 8. 4. 1979
tagesschau.de mit weiteren historischen Bildern

Freitag letzter Woche  auch ein Beitrag des Kollegen Dietmar Ostermann dazu in der Badischen Zeitung, auch FR u.a. Zeitungen. „Spiegel Online“ macht einen eigenartigen Vergleich und spricht von „Amerikanischen Tschernobyl“.
Beiträge in:
Washington Post, Pittsburgh Tribune-Review

am 27. März ausführlicher Artikel in der New York Times und ABC macht die Beiträge vom 30. März 1979 verfügbar

TIME (27. 3. 2009)

The Nation schreibt, Obama solle die zwei derzeit zu besetzenden Stellen bei der NRC nutzen, um den Relicencing Prozess zu beenden. Ob das die Intension von Obama ist, wage ich zu bezweifeln, hat er doch mit John Holdren (Co-Autor der MIT Nuklearstudie) einen ausgewiesenen Nuklear – Experten als Chef – Science Advicer an Bord.

Timeline (Patriot News)
Offizielle Darstellung zum Ablauf und Hintergrund von der US Atomaufsicht NRC

Dauernder Blog mit Erlebnisberichten und Videos von Zeitzeugen und Anwohnern (Christine Baker, Patriot – News)
Mother Nature Network zu „The lie of  Three Mile Island“

Ausführlich zum Hergang 1979: J.Samuel Walker (Historiker an der NRC), Autor von „Three Mile Island
A Nuclear Crisis in Historical Perspective
“ im neuen „Bulletin for the Atomic Scientists

Neue Fakten über die Radioaktivität, die aus TMI 1979 entwichen sein soll (Video 26. März 2009)

—  jetzt hätte ich doch beinahe den  ZEIT – Artikel zu TMI (Ausgabe 19. 3. 2009) vergessen.

Rettung aus Bahntunnel „W wie Wissen“ ARD, 7. 12. 2008

— nach Monaten der Arbeit an 15 – Minüter über Kernkraftwerke (später mehr) für die SWR Bildungsredaktion — heute die Ausstrahlung vom lange geplanten Beitrag zu Rettungskonzepten der Bahn aus Tunneln mit Drehs u.a. im Aachener Buschtunnel, bei der Feuerwehr in Fulda und auf dem  Bahn-Rettungszug in Fulda.  Während der Fertigstellung kam ein Bericht des Regierungspräsidiums Kassel zum Unfall im Landrückentunnel (April 2008) ans Tageslicht (Mitte November in heute journal und tagesthemen), den wir zur Kenntnis nehmen mußten.
— Hier der Beitrag auf der „W wie Wissen“ Seite und für einige Zeit in der ARD-Mediathek
Mitte Dezember auch in „nano“ / 3sat

El rastro del tifón (Path of the Typhoon)

… im November und Dezember auf dem spanischen „natura“ Kanal:

Un ciclón tropical es un término meteorológico que se refiere a un sistema de tormentas caracterizado por una circulación cerrada alrededor de un centro de baja presión que produce fuertes vientos y abundantes lluvias ya que extraen su energía de la condensación de aire húmedo. Dependiendo de su fuerza y localización, un ciclón tropical puede llamarse depresión o tormenta tropical, huracán, tifón o ciclón.
[http://www.canalnatura.tv/]

Galveston 8. September 1900 … 13. September 2008

Hurrican „Ike“ schlägt gerade in Richtung Houston ein, zieht praktisch direkt über Galveston (Texas) hinweg.  Fast auf den Tag vor 108 Jahren zog ein Wirbelsturm (damals hatten die Hurricans noch keine Namen) ebenso in Richtung Galveston … und niemend bemerkte es, bis er da war. Die Stadt, damals das „New York City of the Gulf“,  wurde völlig zerstört, etwa 10.000 Todesopfer waren zu beklagen, die größte Naturkatastrophe in der Geschichte der USA. Für Kerry Emanuel (Divine Wind, 2005) ist Galveston 1900 der Inbegriff des überrraschenden Sturmes, ebenso wie der Isewan Taifun in Japan 1959. „Ike“ 2008  hat ca. 70 – 100 Knoten, Kategorie 1  (120 – 150 km/h), Wind. Seit 1960 gibt es keine überraschenden Stürme mehr. Wettersatelliten entgeht seither kein Sturm mehr:  tagesschau zu „Ike“ über Galveston 2008

Rettet Fujiwara New Orleans?

„Gustav“ bewegt sich auf New Orleans zu,

das haben wir in den Nachrichten gesehen. Doch da ist ostwärts noch ein Wirbelsturm: „Hanna„, bisher mit geringerer Ausdehnung. „Hanna“ zieht in Richtung „Gustav“. Der Tanz der Wirbelstürme nimmt Ihnen gegenseitig die Kraft: sagt der sogenannte „Fujiwara-Effekt„.  Wird Hanna Gustav zügeln und die Stadt retten?
YouTube hat ein Video  [der Webseite digital-typhoon.com] des Fujuwara – Effekts der mehrerer Taifune im Juli 2006.
Mehr dazu gefunden:

Hong Kong under Divine Wind, 22. August ca. 20:00 Uhr Ortszeit

Taifun „Nuri„, Nr. 12 der diesjährigen – bisher recht ruhigen – Saison tropischer Wirbelstürme am Pazifik, zieht direkt auf Hong Kong zu. Das US Joint Typhoon Warning Center (JTWC) sagt einen Sturm der unteren Kategorie  mit 55 – 70 Knoten vorher.  Die Stadt ist für solche Sommerstürme gut gerüstet, hat sie doch am „Hong Kong Observatory“ einen eigenen Vorhersagedienst.
Erste Folgen in der Stadt: hier

„Tod auf der Landebahn“ 3sat Mediathek

aus aktuellem Anlass – der Unfall von Madrid war aber keine Runway Incursion
„Tod auf der Landebahn“ (hitec 3sat, Hänel/Wolff, HD 2007) über die 3sat Mediathek

Link

Über die Hälfte aller Luftunfälle passieren bei Start oder Landung. 70 Prozent davon werden durch Fehler im Cockpit verursacht. Um solche Unfälle künftig zu vermeiden, arbeiten Ingenieure am „Cockpit der Zukunft“. – „hitec“ zeigt die großen Schwachstellen europäischer Flughäfen und erklärt, mit welcher Technik solche Unfälle künftig verhindert werden können. (Text: 3sat)

Atom – Endlager … im „nano“ Spezial 11. 7. 2008

Endlager – dazu lief mein nano – Beitrag am Freitag letzter Woche — in der 3sat Mediathek — (der Online – Text hat sinnigerweise nichts mit dem Inhalt meines Beitrages gemein – schöne neue Online – Welt).
Es war der xte Beitrag zur Frage Endlagerung von abgebrannten Brennelementen – wir berichten in „nano“ darüber seit dem Beginn der Sendung 1999, ohne dabei in Greenpeace – Gerede oder Atom – Befürworter Jargon verfallen zu müssen. Unser Zuschauer dürfen ja selbst denken.
Diese Woche baute auch der SPIEGEL das Thema wieder auf. Und auch bei „Illner“ durften die üblichen Vertreter ihre üblichen Positionen wiederholen. Der Atomlobby – Chef dabei, Walter Hohlefelder, hatte einst als  BMU (Töpfers) Verhandlungsführer mit der DDR 1987 keine unbequemen Fragen zu den DDR – Kernanlagen gestellt. Aber das muß man ja nicht diskutieren. Es ist ja auch einfacher, immer nur die Zuschauer auf geringstmöglichem, fachlichen Niveau zu halten, um deren Ideologien (pro oder Kontra Kernenergie) ja nicht zu beschädigen.
Schade eigentlich, dass auch die Kollegen vom SPIEGEL mit 12 Autoren an ein Thema gehen und nicht viel mehr herauskommt, als in manchem Special von The Economist, New Scientist (zuletzt über Pläne der US Navy, künftig noch mehr Schiffe von Reaktoren antreiben zu lassen)  oder gar bei Newsweek schon vor Jahren zu lesen war.

Taifun – Lücke im Juni 2006, 2007 und 2008 ?

Auch wenn die Arbeit an „Der Weg des Taifuns“ abgeschlossen ist, verfolge ich auch in diesem Jahr (wahrscheinlich nur aus der Ferne) die Taifun – Saison im Pazifik. Und was ist dort los? Nichts. Ist das ein “Gesetz”, nach ein paar Stürmen im Mai – Ruhe bis Ende Juni? 2006 folgte dem verheerenden “Chanchu” erst Ende Juni wieder ein Taifun … und 8 Taifune im Juli/August. 2007 entstand „Toraji“ erst Anfang Juli, im Juni kam keiner. Links ( Joint Typhoon Warning Center u.a.) hier
Auf ein wirklich neues Forschungsprojekt zu Tropical Cyclones hat der Kollege Horst Rademacher in der FAZ aufmerksam gemacht.

Precision Farming „W wie Wissen“ 1. 6. 2008, ARD

Nur 8 – 10 % der Bauern könnten sich heute Satelliten – und Rechnergestützte Arbeitsweisen auf dem Acker vorstellen. Das stellte der Deutsche Bundestag in seinem jüngsten Bericht (pdf) zu modernen Technologien im Ackerbau fest.

Früher gehörte die Zukunft der Landwirtschaft ganz ins Reich von Science-Fiction: hier der Bauer am Computer – Steuerpult (1984).

Quelle: „The Future World of Agriculture“ Walt Disney World Epcot Center Book
[Dank an „Paleofuture.com“ für den Hinweis]

W wie Wissen“ hat am 1. Juni 2008 meinen Beitrag darüber, was mit heutiger Technik bereits möglich ist.
Einige Informationen/Fotos zu diesem Beitrag

… Wiederholung am 16. 6. 2008 in 3sat „nano“

(Nachtrag Juli 2013)
Der Film ist leider (nach 5 Jahren)  in Mediatheken von W wie Wissen und nano  nicht mehr enthalten.