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Der Komet von 1680 (am Rande von ISON 3sat/nano)

IMAG0037Ich mache gerade – im Zuge eines nano – Films (für Mittwoch 3sat) zu ISON – einen kleinen Ausflug ins Jahr 1680, als ein anderer Komet der Sonne noch näher kam. Danach wurde der zum er-schrecklichen Himmelsschauspiel des Winters 1680/81. Die Natur der Kometen war weitgehend unbekannt. Kommt der „Schweifstern“ am Himmel drohe „grosses Ungemach“: Missernten, Tod und Verderben oder sogar die Pest.  Und er kam am 20. November 1680, mit blossem Auge sichtbar, eine gewaltiger Komet.  Nicht selten war zuvor genau für das Jahr 1680 der Weltuntergang vorhergesagt worden. vlcsnap-2013-11-24-21h44m20s21
Erst sechs Tage zuvor hatte der Astronom Gottfried Kirch (1639- 1710) im damals sächsischen Coburg den Kometen entdeckt. Früh am morgen mit einem Teleskop.  Diese Kunde konnte – ohne Internet – nicht in alle Welt verbreitet werden. So blieben die Menschen unter Schock: das wäre es, das „Zeichen Gottes“, sie blieben in der Befürchtung, die Prophezeihungen könnten doch eintreten. War doch tatsächlich 1680 in Europa die Pest wieder ausgebrochen und die Klimaschwankungen hatten Ende des 17. Jahrhunderts immer wieder zu Unwettern, Ernteausfällen und Hungersnöten geführt.  Hexenverbrennungen hatten dagegen nicht geholfen. Auch waren die vorangegangen Jahrzehnte geprägt von brutalen Religionskriegen. Auf wessen Seite sich Gott geschlagen hätte, war den Menschen in der frühen Barockzeit wohl unklar geblieben.  Nach dem Komet blieben die Katastrophen aus, mehrere Schriften warnten danach sogar vor Kometenangst und Hexenwahn. Vielleicht hat der Komet von 1680 so Menschen in den Folgejahrzehnten vor den Scheiterhaufen bewahrt. So weltverändernd wird der Komet von 2013 wohl nicht sein.
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Über diese Zeit und die Klimaveränderungen der Kleinen Eiszeit nach 1600, den Ängsten und Opfern ein sehr eindrücklicher Artikel in der FAS (Claudius Seidl): „Der Winter der Welt
über das Buch: Birke Grießhammer: „Verfolgt – gefoltert – verbrannt: Die Opfer des Hexenwahns in Franken“. Sutton-Verlag 2013

Gute Landung „phoenix“!

In ein paar Stunden ist es soweit. Der NASA Lander „phoenix“ landet in der Arktis des Mars.
(Grafik: NASA)
Phoenix Sekunden vor dem Aufsetzen

NASA TV ist ab Mitternacht (unsere Zeit) dabei. Erste Ergebnisse, ob die Landung geklappt hat und ob „phoenix“ arbeitsbereit auf dem Mars steht, werden kurz vor 2.00 Uhr (unserer Zeit) erwartet.

Mein Beitrag zum Thema (mit einem Ausblick auf ExoMars, ESA, 2013/14) ist am 21. 5. 2008 bei „nano“ gesendet worden: in der 3sat – Mediathek

Glückwunsch NASA, hat geklappt! Hier die ersten Bilder.